Hurra - ich bin Skipper! Und was nun?
Vor dem Auslaufen aus einem sicheren Hafen zu kontrollieren:
Bevor es losgeht, ist man als Skipper/in verpflichtet, nachstehende Sicherheitschecks durchzuführen:
Um auf See sicher unterwegs sein zu können, muß man als Skipper/in immer einige Dinge beachten, damit es bei der Fahrt zu keinen vermeidbaren Problemen kommt.
Vor dem Auslaufen aus einem sicheren Hafen sind daher folgende Dinge zu kontrollieren:
- Wetterbericht (ob sicheres Auslaufen möglich ist).
- Motoröl, Kühlwasser (bei Zweikreiskühlung), ob genügend Treibstoff an Bord, die Bilge trocken ist, und ob das Bordnetz (Strom) für die Verbraucher funktioniert (Stichwort: Positionslichter).
- ob aktuelle Seekarten, Hafenhandbücher und Navigationsbesteck an Bord sind.
- ob genug Rettungswesten an Bord sind (Anzahl der Crewmitglieder entsprechend).
- ob Seenotzeichen an Bord sind (Signalraketen).
- ob das Funkgerät funktioniert.
- bei Schlauchboot mit Motor: ob trotz Motor auch Ruder an Bord sind.
- ob die Schiffspapiere an Bord sind.
- beim Starten des Motors, ob Wasser am Heck raussprudelt (Impellerfunktion).
Hat man die Liste positiv abgehakt, braucht es natürlich auch noch eine Sicherheitseinweisung für die Crew - siehe nachstehend:
Sicherheitseinweisung: Skipper an Crew
Checkliste für einen sicheren Törn
Vor dem Setzen der Segel steht die Sicherheit an erster Stelle. Als Skipper/in sind Sie verpflichtet, Ihre Crew noch vor Törnbeginn umfassend in die Sicherheitsausrüstung und das Verhalten im Notfall einzuweisen. Nutzen Sie diese Checkliste für ein strukturiertes Briefing:
1. Persönliche Sicherheitsausrüstung Rettungswesten: Jedes Crewmitglied muss wissen, wo die Westen gelagert sind, wie sie auf die eigene Körpergröße eingestellt und korrekt angelegt werden. Lifebelts / Einpickgurte: Erklärung, wann die Gurte anzulegen sind (z. B. bei Nacht, schwerem Wetter oder Alleingang an Deck) und wo die sicheren Einpickpunkte (Strecktaue) verlaufen.
2. Kommunikation & Notrufe Seefunkgerät: Einweisung in die grundlegende Bedienung des VHF-Funkgeräts. MAYDAY-Ruf: Erklärung des Funk-Notrufs auf UKW-Kanal 16 (inkl. Vorlage/Spickzettel neben dem Funkgerät). Telefonnummer für Seenotfälle: Bereitstellung der wichtigsten Nummern. Für Törns in Kroatien gilt die Kurzwahl 195 (Nationalschifffahrts-Rettungszentrum).
3. Seenotmittel & Rettungssysteme Signalraketen & Handfackeln: Wo lagern die pyrotechnischen Seenotmittel und wie werden sie im Ernstfall sicher gezündet? Rettungsring & Markerboje: Handhabung und Erreichbarkeit am Heck. Rettungsinsel: Erklärung des Standorts, der Auslösung und des korrekten Verhaltens beim Boarding.
4. Brandschutz an Bord Feuerlöscher: Aufzeigen aller Standorte (z. B. in den Kabinen, in der Pantry, am Niedergang). Verhalten im Brandfall: Zündung ausschalten, Gaszufuhr sperren, Crew alarmieren und Brandbekämpfung einleiten.
5. Mensch-über-Bord (MOB) Verhalten im Ernstfall: Sofortiger "Mann-über-Bord"-Ruf, Auswerfen von Rettungsmitteln, ununterbrochenes Ausgucken (Auge auf dem Verunfallten halten!). Bergung: Erklärung des geplanten Manövers und der technischen Hilfsmittel zur Bergung der Person aus dem Wasser.
6. Klare Aufgabenverteilung Sicherheit funktioniert nur als Team. Jedes Crewmitglied bekommt vorab eine feste Rolle zugewiesen, die seinen Qualifikationen und Erfahrungen entspricht: Co-Skipper: Vertretung des Skippers bei Ausfall. Navigator: Routenüberwachung und Positionsbestimmung im Notfall. Funker/Wachführer: Absetzen des Notrufs und Koordination an Deck.
Ebenso sollte man zu Beginn des Törns ein Mann-über-Bord-Manöver (am besten mit einem Fender) mit der Crew trainieren. Eine Person muß in der Lage sein, bzw. zu Beginn des Törns in diese versetzt werden, um das Schiff bei Ausfall des Skippers / der Skipperin sicher in den nächsten Hafen zu bringen. ANM.: Not kennt kein Gebot und daher braucht im Notfall auch niemand einen Bootsführerschein oder ein Funkzeugnis für Notrufe!
Ein Punkt noch, den viele Skipper/innen oft vergessen - wichtig ist auch, vor dem Einlaufen in einem Hafen das Anlegemanöver zu besprechen und die Aufgaben (Fender und Landfesten ausbringen, Mooringleine aufholen und belegen, etc.) klar verteilen. Die Hafenmanöver klappen dann am besten, wenn jeder weiß, was zu tun ist und der/die Skipper/in nicht erst im letzten Augenblick hektisch herumschreit und dadurch Chaos verbreitet!
Und ein wichtiger Tipp noch am Ende - wenn Sie mit Ihnen bislang fremden Personen fahren, lassen Sie sich von diesen bestätigen, dass diese min. 20 Minuten in offenen (tiefen) Gewässern schwimmen können - besser noch, Sie überzeugen sich davon! Grundkenntnisse in der Ersten Hilfe sollten bei allen Crewmitgliedern vorhanden sein.
Braucht man als Skipper auch Mut?
Ein altes Seemannssprichwort besagt: „Es gibt mutige Skipper sowie alte Skipper – aber es gibt keine mutigen, alten Skipper“ und daher sollte man bei der Auswahl des Reviers eher den Status des irgendwann mal alten Kapitäns anstreben. Auch die kroatische Adria hat ihre Facetten und für „Absolute-Beginners“ empfiehlt sich Mittel-Dalmatien mit der Gegend rund um die Kornaten. Hier findet der Bootfahrer eine Unmenge an sehenswerten Inseln vor und es gibt unzählige Buchten, wo man Schutz gegen heftige Winde aufsuchen kann.
Und wenn man nicht auf „Meilenfressen“ aus ist, kann man da ohne weiteres 4-5 Wochen unterwegs sein, ohne am Ende sagen zu können, man hätte hier schon alles gesehen. Ein sehr guter Startpunkt ist der Bereich in bzw. um Zadar, quasi dem Tor zu den Kornaten. Man kann hier einfach auswählen, ob man den Törn über den nördlichen oder südlichen Teil angeht – meist nimmt einem der Wind die Entscheidung ab.
Die Kornaten:
Ist man mal in diese einzigartige Inselwelt eingetaucht, fällt einem sofort auf, dass hier kaum Vegetation in Form von Bäumen zu finden ist. Die Geschichte besagt, dass die Venezianer die Inseln seinerzeit für ihren Schiffsbau derart abgeholzt haben, dass nie wieder was nachwachsen konnte.
Lustig hingegen sind teils die Namen der Eilande, denn als die österr. K&K-Geometer einst das Gebiet für die Kartographie vermessen haben, hat man kurzerhand die Einheimischen danach gefragt. Diese haben sich dann, weil nicht wirklich glücklich über die Arbeit der Landvermesser, irgendwelche Phantasienamen einfallen lassen, die durchaus auch etwas Ordinäres an sich hatten. So bedeutet z.B. der Name der Insel Kurba Vela zu Deutsch: Große Hure… Nichtsahnend über die Bedeutung haben die K&K-Beamten die Namen einfach auf ihren Karten eingetragen, wo sie bis heute noch so stehen.
Zu beachten gilt bei den Kornaten, dass diese ein Nationalpark sind, für die man ein Ticket benötigt. Diese Eintrittskarte kauft man am besten schon im Vorverkauf am Festland z.B. in der Marina Kornati, da hier der Preis etwas günstiger ist als beim Kauf bei den Parkrangern, die mit ihren schnellen Schlauchbooten im Gebiet patrouillieren und auch auf die Einhaltung der Umweltschutzbestimmungen sowie der erlaubten Höchstgeschwindigkeit achten.
Dugi Otok:
Gleich oberhalb schließt sich die Insel Dugi Otok an die Kornaten an, welche mit der schönen, großen und allseits sehr beliebten Telascica-Bucht, welche man fast schon als Fjord bezeichnen kann, mit einem eigenen Nationalpark aufwartet. Für den man freilich ein eigenes Ticket benötigt.
Die Südseite Dugi Otok’s weist eine eindrucksvolle Felsküste in Form von hohen Steilwänden und Klippen auf, dafür aber so gut wie keine Buchten, wo man ankern könnte. Ein Besuchermagnet findet sich am nördlichen Zipfel der Insel in Form des Wracks eines italienischen Frachters, der in den Achtzigerjahren hier auf Grund gelaufen ist und große Teile des Schiffes noch aus dem Wasser herausragen.
Tauchern sei hier gleich gesagt, dass es da schon lange nichts mehr zu holen gibt und Bootfahrern – nicht zu nahe heranfahren, denn es hat schon einen Grund gegeben, weshalb der Italiener da seinerzeit aufgelaufen ist!
Unweit des Wracks gibt es ebenfalls einen tiefen Einschnitt in Dugi Otok und zwar die s.g. Pantera-Bucht, von der aus ein Besuch zum imposanten Leuchtturm absolut lohnenswert ist. Bei der Einfahrt in die Bucht muß man sich unbedingt an den wegweisenden Leuchtfeuern (Grün & Rot) orientieren, da andernfalls gefährliche Unterwasserfelsen auf ihre Opfer lauern.
Istrien bis Norddalmatien:
So bezaubernd diese Orte auch sind, haben sie für uns Bootfahrer aber leider nicht das zu bieten, was man als Skipper/in meist sucht – eine vorgelagerte Inselwelt, fernab vom Massentourismus. Eine Ausnahme bilden hier die mehr oder weniger vorgelagerten Brijuni-Inseln, die dem einstigen jugoslawischen Staatschef Marshall Tito als Privatrefugium gedient haben. Hier wurden früher andere Staatslenker und sonstige Persönlichkeiten zu Besuch eingeladen und so mancher hat als Gastgeschenk exotische Tiere mit im Gepäck. Über die Jahrzehnte hat sich dort eine Tierwelt eingefunden, die einem riesigen Zoo mehr als Konkurrenz machen konnte. Heute stehen die Inseln unter Schutz und man kann sie nur eingeschränkt besuchen. Für Bootfahrer nicht ganz zu empfehlen und darüber hinaus eine teure Angelegenheit hinsichtlich der Liegegebühren.
Die Küste zwischen Istrien und Zadar hat für Bootfahrer auch eher weniger zu bieten, wenn man von den vorgelagerten Inseln absieht. Der Küstenabschnitt am Festland wartet kaum mit Sehenswürdigkeiten auf und die große, parallel verlaufende Insel Pag ist vornehmlich für junge Partytiger ein beliebter Hotspot. Eigentlich schade, denn etwa der Schafskäse der Insel Pag ist eine Gaumenfreude der besonderen Art und die Damenwelt ist angesichts der traditionsreichen Klöppelkunst der meist älteren Bewohnerinnen erstaunt. Die Inseln Cres, Krk und Rab hingegen sind wieder paradiesisch, auch für uns Wassersportler. Mit saftigem Grün bestückt, bietet etwa Cres in ihren Buchten manchmal auch ungewohntes – man wähnt sich wohl im „falschen Film“, wenn man vom Boot aus plötzlich einen Hirsch am Ufer bei der Wasseraufnahme beobachten kann. An dieser Stelle sei betont, dass diese Reviertipps ausschließlich Bezug auf den nautischen Gast nehmen und keinesfalls die Schönheit der sonstigen Landschaft schmälern sollen!
Südlich ab Zadar:
Ab Zadar Richtung Süden wird es für uns Nautiker wieder interessanter, denn eine Vielzahl an Marinas säumen die Küste, welche einerseits als gute Ausgangsbasen und andererseits auch für manchmal notwendige Zwischenstopps für das Bunkern von Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff benötigt werden. Sibenik, Trogir und Split sind beliebte Startpunkte für Fahrten zur grünen Inselwelt von Solta, Brac, Hvar, St. Klement und Korcula.
Diese Eilande bieten zahlreiche Buchten mit oft üppiger Vegetation am Ufer und in so manchem Einschnitt kann man gar ein Plätzchen ganz für sich allein finden – zumindest solange sich da kein Wirt angesiedelt hat.
Apropos Korcula – wer die (angebliche) Geburtsstadt Marco Polo’s besuchen möchte, sollte zumindest in der Hauptsaison möglichst schon am frühen Nachmittag in der örtlichen ACI-Marina eintreffen, denn andernfalls kann es passieren, dass man keinen Liegeplatz mehr bekommt. Wer sein Plätzchen erhalten hat, kann sich auf ein echt unvergessliches Sightseeing der historischen Stadt freuen.
Dubrovnik:
Die „Perle der Adria“ ist freilich die berühmte und überaus faszinierende Stadt Dubrovnik. Diesen historischen Ort sollte jeder Kroatien-Tourist zumindest einmal besuchen, aufgrund des großen Andrangs aber besser in der absoluten Vor- oder Nachsaison. Für die Besichtigung sollte man schon zumindest 2 Tage einplanen und wenn man schon da ist, ist eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg Srđ unbedingt zu empfehlen, denn von oben betrachtet, ist Dubrovnik ganz besonders beeindruckend.
Wer die Stadt mit dem Boot anlaufen möchte, sollte bedenken, dass die letzte, Schutz bietende Marina zuvor auf der Insel Korcula liegt und von da bis Dubrovnik rund 45 Seemeilen zu bewältigen sind. Diese Strecke sieht am ersten Blick freilich nicht nach besonders viel aus, aber bei ungünstigem Wetter kann ein Boots-Anfänger schon ein wenig ins Schwitzen kommen. Aus diesem Grund sollte man einen Ausflug nach Dubrovnik vielleicht besser nicht gleich beim ersten Törn einplanen.
